Bettgeschichten

Nachts wird es kühler, und bald packen wir die leichte Bettdecke weg und holen die Daunen aus dem Sommerquartier. Die Briten machen das genauso, jedoch ist die Zeit, in der auf einem ordentlichen britischen Bett unabhängig von der Jahreszeit bloß Wolldecken und Laken lagen, noch gar nicht lange her. Sie endete erst in den 1980er Jahren – paradoxerweise zeitgleich mit der zentralheizungslosen Ära.

Viele Jahrzehnte, wenn nicht Jahrhunderte lang schliefen die meisten Briten eher kühl. Im Schlafzimmer gab es – außer bei wohlhabenden oder sehr empfindsamen Menschen – keinerlei Heizmöglichkeit. Im Bad übrigens auch nicht…streng genommen waren die einzigen Wärmequellen im Hause der „Aga“-Herd in der Küche und der Kamin im Wohnzimmer. Das musste reichen. Damit man im Bad nicht vor Schlottern die Zahnbürste fallen ließ, wurde meist ein elektrischer Heizstrahler montiert, der zudem schmeichelhaft rotes Licht verbreitete. Ins Bett kam eine Wärmflasche oder ein elektrisch aufheizbares Gestell, sofern man nicht gleich eine Heizdecke angeschafft hatte.

Mehr ...

Rettet die Roten!

So gern würden die Briten öfter Rot sehen – wenn es um Eichhörnchen geht. Denn der graue Verwandte aus Amerika hat das einheimische „red squirrel“ fast ganz verdrängt. Nur noch rund 120 000 dieser Tierchen soll es auf den Britischen Inseln geben, davon leben drei Viertel in Schottland, der Rest auf der Isle of Wight, im Lake District und in einigen anderen kleinen Enklaven. Die „Red Squirrel Week“, die am 28. September beginnt, soll auf die Not des niedlichen Nagers aufmerksam machen.

Ende des 19. Jahrhunderts fanden einige Gutsherren es schick, in ihren Landschaftsparks importierte graue Eichhörnchen klettern zu lassen (der allererste war angeblich ein Mr. Brocklehurst aus Cheshire). Was harmlos anfing, geriet im Lauf der Jahrzehnte außer Kontrolle. Die grauen Nagetiere sind deutlich robuster als die roten, fressen ihnen das Futter weg und – als wäre das nicht schlimm genug – übertragen ein Virus, gegen das die Roten keine Immunität entwickeln können. Das hat zu einem Rückgang einer Population von mehr als drei Millionen auf den nun verbleibenden kläglichen Rest geführt. Aber auch im kollektiven Bewusstsein der Briten sind Eichhörnchen rot und nicht grau! Schließlich lebt das „Sciurus vulgaris“ – vom lateinischen Namen leitet sich das seltsame Wort „squirrel“ ab – schon seit der Eiszeit bei uns in Europa. 

Mehr ...

Aktion sauberer Strand

Baywatch war gestern, „Beachwatch“ liegt im Trend! Nachdem der Sommer nun endgültig vorbei ist, haben sich an Großbritanniens unzähligen Stränden – allein die Küste der Hauptinsel soll fast 18 000 Kilometer lang sein – jetzt die Saubermänner und Sauberfrauen ans Werk gemacht. Sie sammeln jedes Jahr nicht nur den Müll, den andere liegengelassen haben, nein, sie dokumentieren ihn auch.

Jeder will einen sauberen Strand, trotzdem packt nicht jeder seinen Abfall ein. Die gemeinnützige Marine Conservation Society hat deshalb die Aktion Beachwatch ins Leben gerufen. Das Prinzip ist einfach: Für möglichst jeden Strand soll eine Person die Verantwortung übernehmen und dann weitere Freiwillige um sich scharen, um gründlich aufzuräumen. Über 6000 Leute haben 2015 mitgemacht. Wie viele diesmal dabei waren, ist noch nicht veröffentlicht.

Aus den einzelnen Berichten wird dann ermittelt, welche Abfälle besonders häufig vorkommen. Tauchen zum Beispiel ständig die Verpackungen einer Fast-Food-Kette auf, so wenden sich die Verantwortlichen mit dieser Erkenntnis ans Management und fordern dazu auf, über Alternativen nachzudenken oder Aufklärungskampagnen unter der Kundschaft zu starten. Ein Hauptproblem scheinen allerdings Flaschen zu sein, weswegen sich die Organisation für die Einführung eines Pfandsystems einsetzt.

Auch Kinder und Jugendliche werden jedes Jahr zum Mitmachen ermutigt. Ähnliche Reinigungsaktionen gibt es ja auch bei uns in vielen Städten. Eine gute Idee – vor allem, wenn nach getaner Arbeit gemeinsam gefeiert wird. Natürlich rückstandsfrei!